Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
 

Datenschutzhinweis

Unsere Webseite nutzt externe Komponenten (Google Fonts, Youtube-Videos, OpenStreetMaps). Diese helfen uns, unser Angebot stetig zu verbessern und Ihnen einen komfortablen Besuch zu ermöglichen. Durch das Laden externer Komponenten können Daten über Ihr Verhalten von Dritten gesammelt werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Ohne Ihre Erlaubnis kann es zu Einschränkungen bei Inhalt und Bedienung kommen. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer .

Kommunale Wärmeplanung in Bad Driburg

Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Bad Driburg wurde im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), vertreten durch die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH gefördert.

Logos_Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit_Nationale Klimaschutz Initiative

Kontakt

Stephanie Rohde

Amtsleitung
Amt für Stadtplanung

Am Rathausplatz 2
33014 Bad Driburg

05253 88 1608
stphnrhdbd-drbrgd

1. Allgemeine Informationen zur Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument, mit dem Städte und Gemeinden ihre Wärmeversorgung langfristig klimafreundlich, wirtschaftlich tragfähig und zukunftssicher gestalten können. Ziel ist es, die bisher stark von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl geprägte Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umzustellen. Damit ist die Wärmeplanung ein zentraler Baustein der Energiewende.

Hintergrund sind internationale, europäische und nationale Klimaziele. Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen haben sich zahlreiche Staaten verpflichtet, die globale Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen. Die Europäische Union verfolgt mit dem Green Deal das Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Deutschland setzt ambitioniertere Ziele und strebt an, bereits bis 2045 klimaneutral zu werden. Für dieses Ziel ist insbesondere die Wärmewende von großer Bedeutung, da der Wärmesektor einen hohen Anteil am gesamten Endenergieverbrauch hat und derzeit hauptsächlich auf fossilen Energieträgern beruht.

Der kommunale Wärmeplan ist kein sofort umzusetzender Maßnahmenplan für jedes einzelne Gebäude. Vielmehr dient er als strategische Grundlage für zukünftige Entscheidungen von Kommune, Energieversorgern, Unternehmen und privaten Eigentümerinnen und Eigentümern. Er zeigt auf, welche Versorgungsoptionen in verschiedenen Teilgebieten perspektivisch sinnvoll sein können, etwa Wärmenetze, dezentrale Lösungen mit Wärmepumpen oder andere erneuerbare Versorgungskonzepte.

Für die Stadt Bad Driburg bildet die kommunale Wärmeplanung die Planungsgrundlage, um die Wärmeversorgung bis 2045 schrittweise klimaneutral weiterzuentwickeln. Dabei wurden nicht nur technische und wirtschaftliche Aspekte betrachtet, sondern auch die Sozialverträglichkeit, die Umsetzbarkeit sowie die örtlichen Besonderheiten der Stadt. Als Wohn-, Wirtschafts- und Tourismusstandort sowie Kurort soll Bad Driburg von einer zukunftsfähigen, sicheren und bezahlbaren Wärmeversorgung profitieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung regionaler Potenziale und der Entwicklung eines realistischen, umsetzungsorientierten Transformationspfades. 

Kommunale Wärmeplanung in Bad Driburg

2. Informationen zur Wärmeplanung in Bad Driburg

Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Bad Driburg wurde Anfang 2026 gestartet. Im ersten Schritt wurden umfangreiche Daten zur heutigen Wärmeversorgung, zur Gebäudestruktur, zu bestehenden Netzen sowie zu erneuerbaren Energie- und Abwärmepotenzialen erhoben und im Rahmen der Bestands- und Potenzialanalyse ausgewertet. Im folgenden Projektschritt wird aktuell ein Zielszenario für die zukünftige Wärmeversorgung in Bad Driburg entwickelt.

Übersicht über die Schritte der kommunalen Wärmeplanung

Ein zentraler Bestandteil der Wärmeplanung ist die frühzeitige Einbindung relevanter Akteure. Auf eine Akteursanalyse aufbauend wurde eine Lenkungsgruppe mit wichtigen Beteiligten aus Stadtverwaltung eingerichtet. Diese begleitete den Prozess fortlaufend und wurde zu wichtigen Meilensteinen bedarfsgerecht erweitert. Die Bürgerinnen und Bürger werden über verschiedene Formate informiert und beteiligt. Eine Bürgerinformationsveranstaltung ist im Januar 2027 geplant.

Die Bestandsanalyse zeigt, dass die Wärmeversorgung in Bad Driburg heute noch überwiegend von fossilen Energieträgern geprägt ist. Erdgas nimmt dabei die zentrale Rolle ein. Die Anbindung an das Erdgasnetz ist flächendeckend, sodass sowohl Wohngebäude als auch gewerbliche Objekte größtenteils über Erdgas beheizt werden. Außerhalb der Kernstadt kommen zudem vereinzelt Heizöl und Flüssiggas zum Einsatz. Nah- oder Fernwärmenetze gibt es aktuell nicht. Die kumulierte Treibhausgasbilanz der Wärmeversorgung macht deutlich, dass insbesondere in den Sektoren private Haushalte sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen deutliche Emissionsminderungen durch die Umstellung auf treibhausgasneutrale Energieträger erforderlich sind, um bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die zahlreichen großen Gesundheitseinrichtungen in Bad Driburg, deren Transformation eine Schlüsselrolle zugeschrieben werden kann.

Übersicht über die Schritte der kommunalen Wärmeplanung

Für Bad Driburg wird für 2045 ein leicht sinkender Wärmebedarf prognostiziert. Dies resultiert aus verschiedenen Einflussfaktoren: Demografie, Klima und energetische Sanierung. Zur Berücksichtigung des Einflusses energetischer Sanierungsmaßnahmen wurden verschiedene Szenarien analysiert. Im Wärmeplan wird davon ausgegangen, dass 1 % des Gebäudebestands jährlich einer Energieeffizienzmaßnahme unterzogen wird. Mit Priorisierung der Maßnahmen („Worst-First“ bzw. „schlechteste“ Gebäude zuerst) kann der Wärmebedarf bis 2045 um insgesamt 18,7 % gegenüber dem Ausgangsjahr vermindert werden. 

Die Potenzialanalyse zeigt, dass Bad Driburg über ausreichend Potenziale an erneuerbaren Energien und Abwärme für eine klimafreundliche Wärmeversorgung verfügt. Möglichkeiten ergeben sich vor allem durch Biomasse, eventuell Seethermie und Abwasserwärme.

3. Kommende Projektschritte

Im anschließenden Projektschritt wird aktuell ein Zielszenario für die zukünftige Wärmeversorgung in Bad Driburg entwickelt. Aus den Ergebnissen wird ein Maßnahmenprogramm für die Umsetzung der Wärmewende abgeleitet. Kurzfristig steht die Konkretisierung der Planungen und die Sicherung von Fördermitteln im Fokus. Mittelfristig wird vorrausichtlich die Erschließung erneuerbarer Energiepotenziale angesetzt. Langfristig soll die Wärmeversorgung in Bad Driburg vollständig klimaneutral gestaltet sowie der Gebäudebestand energetisch saniert werden. Der Projektabschluss ist im ersten Quartal 2027 geplant. 

Präsentation im Aussuss für Bau, Straßen, Umwelt und Klima

Kommunale Wärmepumpe

Wenn Sie noch mehr zur kommunalen Wärmplanung und zum Thema Wärmewende in NRW erfahren möchten, besuchen Sie das virtuelle Kompetenzzentrum auf www.waermewende.nrw.