
Die Kläranlage Bad Driburg liegt östlich der Stadt Bad Driburg am tiefsten Punkt des Stadtgebietes im Ortsteil Herste. Neben der Kernstadt Bad Driburg sind die Ortsteile Neuenheerse, Dringenberg, Kühlsen, Siebenstern, Alhausen, Reelsen, Pömbsen, Bad Hermannborn und Herste über eine Trenn- und Mischwasserkanalisation an der Kläranlage angeschlossen.
Das Abwasser aus dem Ortsteil Altenheerse der Stadt Willebadessen sowie der Ortschaften Gehrden und Schmechten der Stadt Brakel wird zur Kläranlage Bad Driburg geleitet. Die Ortsteile Langeland und Erpentrup entwässern über einen Freispiegelkanal über Merlsheim zur Kläranlage nach Nieheim.
Wegen den topografischen Gegebenheiten muss das Abwasser der Ortschaften Neuenheerse, Dringenberg, Siebenstern, Pömbsen und Bad Hermannsborn zur Kläranlage nach Herste gepumpt werden.
Im Jahr 2025 waren rd. 28.000 Einwohnerwerte an der Kläranlage angeschlossen, wobei die Anlage mit einer Ausbaugröße von 49.500 Einwohnerwerten noch Potential bietet. Das Einleitungsgewässer ist die Aa, welche südlich des Klärwerks verläuft und bei Brakel in die Nethe fließt, die wiederum in die Weser mündet.
Auf der Kläranlage wird das zu reinigende Abwasser mit Hilfe einer mechanischen, einer biologischen und einer chemischen Reinigungsstufe aufbereitet. Über das Zulaufpumpwerk an Anfang der Kläranlage fließt das Abwasser durch die mechanische Rechenanlage, wo die groben Verschmutzungen aus dem Abwasser entfernt werden. Es folgt ein belüfteter Sandfang, der den Sand aus dem Abwasser entfernt und aufbereitet. Der gereinigte Sand wird im Kanalbau eingesetzt.
Das folgende Vorklärbecken fungiert als Absetzbecken in dem Klärschlamm anfällt und in die anaerobe Schlammfaulung gepumpt wird.
Aus dem anfallenden Klärgas aus der Schlammfaulung wird von den BHKWs, Strom und Wärme erzeugt und im Betrieb der Kläranlage voll genutzt. Über 50 % des Strombedarfs und 98 % der benötigten Wärme wird darüber abgedeckt. Weitere 8-10 % werden aus der Photovoltaiklage gewonnen, die Ende 2023 in Betrieb genommen wurde.
Die Belebungsstufe besteht aus dem Nitrifikation- und Denitrifikationsbecken wo mit Hilfe von Bakterien und Protozonen der Abbau der Stickstoffverbindungen erfolgt.
Die Phosphorverbindungen werden durch die „Chemische Reinigung“ durch die Zugabe von Eisen-III-Chlorid aus dem Abwasser gefällt und über den Klärschlamm entsorgt. Bei der Fällung handelt es sich um eine Simultanfällung.
Für die statische Trennung des Belebschlammes dienen die folgenden zwei Nachklärbecken, deren Abfluss über eine Kontrollmessstrecke in Aa fliest.
Der anfallende entwässerte Klärschlamm wird von der Klärschlammverwertung OWL GmbH der thermischen Verwertung zugeführt.
Im Jahr 2015 wurde auf Veranlassung der Bezirksregierung Detmold und mit Fördermitteln des Landes NRW eine Machbarkeitsstudie über die Elimination von Mikroschadstoffen auf der Kläranlage Bad Driburg verfasst. Im Ergebnis der Studie wurde festgestellt, dass die nach dem Reinigungsprozess noch verbleibenden Mikroschadstoffe wie beispielsweise Schmerzmittelrückstände oder Röntgenkontrastmittel entfernt werden müssen.
In der Machbarkeitsstudie wurde eine Variante mit dem Einsatz von Pulveraktivkohle im Vollstrom und dem Synergieeffekt der Verminderung der Ablaufwerte von Phosphor durch den Einsatz einer innovativen Filtertechnologie bevorzugt. Die Ergebnisse dieser Studie werden durch die Errichtung einer 4. Reinigungsstufe umgesetzt. Die Inbetriebnahme der letzten Reinigungsstufe ist für das Jahr 2027 geplant. Anschließend wird es möglich sein, die vorhandenen Mikroschadstoffe bis zu 98 % aus dem Abwasser zu entfernen, womit die Kläranlage der Stadt Bad Driburg zu den modernsten von Nordrein-Westfalen gehört.
„Wir haben das geklärt“
Team Abwasserwerk Bad Driburg

Stadt Bad Driburg
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Der Bereitschaftsdienst des Abwasserwerks der Stadt Bad Driburg ist unter der Rufnummer 0171 8146802 zu erreichen.