24. September 2025
Seit dem 1. August 2025 ist Don C. Lorey der neue Leiter der Musikschule Bad Driburg. Der bisherige Stellvertreter übernahm damit diese Position von Matthias Menze, der in den wohlverdienten Ruhestand ging. In einem Interview beschreibt der Vollblut-Musiklehrer seine zukünftigen Ziele und die liebenswerten Seiten „seiner“ Musikschule.
Herr Lorey, was soll in der Musikschule bleiben wie gehabt, was soll sich ändern?
Don C. Lorey: Kern unserer pädagogischen Arbeit bleibt nach wie vor die professionelle, individuell ausgerichtete Ausbildung am Instrument bzw. die Schulung der Stimme. Dabei passt sich die Musikschule natürlich nach wie vor an die sich wandelnden Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sowie deren Lebenswirklichkeit an.
Änderungen stehen im Bereich der Elementaren Musikpädagogik an. Da setze ich mich stark dafür ein, dass die Musikalische Früherziehung (MFE) wieder aufblüht, damit wir auch schon die ganz jungen Musikerinnen und Musiker abholen können. Hier sehe ich großes Potenzial bei der Nutzung von Synergien, gerade was Kooperationen mit den ortsansässigen Kindertageseinrichtungen angeht.
Aktuell heißt es Daumen drücken, dass sich geeignete Intrumentalpädagoginnen bzw. -pädagogen auf unsere Stellengesuche für die MFE melden - solche Pädagogen sind rar auf dem Stellenmarkt.
Darüber hinaus sollen Kooperationen insgesamt auf- und ausgebaut werden.
Was möchten Sie tun, um künftig auch weiterhin Kinder und Erwachsene zum Unterricht in der Musikschule zu bewegen?
Don C. Lorey: Das ist für mich erst einmal eine Frage des Marketings: Kleinere und größere werbewirksame Maßnahmen wie z.B. Flyer etc. (mit der Unterstützung des Fördervereins), aber auch Auftritte bei öffentlichen Veranstaltungen wie Stadtfesten etc. in Bad Driburg. Tatsächlich wissen viele nicht, dass es überhaupt eine städtische Musikschule in Bad Driburg gibt, oder verwechseln uns mit der Stadtkapelle, die ja vom Profil her eine ganz andere Zielgruppe anspricht.
Na, und dann möchten wir weiterhin ein gutes Angebot machen, das sich rumspricht!
Unsere Musikschule ist einfach gut! Wir haben kompetente Kolleginnen und Kollegen sowie einen maßgeschneiderten Unterricht auf der Höhe der Zeit. Jeder lernt anders, kommt mit anderen Voraussetzungen in den Unterricht. Dem gerecht werden zu können, ist eine der großen Stärken unserer Musikschule.
Und was die Kosten angeht sind wir, denke ich, mit einer nach Einkommen gestaffelten Gebührensatzung auch für jedermann zugänglich, sodass eine Teilhabe für jeden möglich sein sollte.
Wie kann die Musikschule insbesondere in den Augen von Kindern und Jugendlichen interessant bleiben?
Don C. Lorey: Indem wir als Musikschule den Anschluss nicht verpassen.
Da dürfen wir die aktuellen musikalischen Entwicklungen, egal in welchem Fach, nicht ausklammern. Und wir müssen in unserer Arbeit an die mediale Wirklichkeit der Jugendlichen anknüpfen, diese thematisieren und in den Unterricht mit einfließen lassen. Das bedeutet auch – da, wo es passt - mit Online-Videos und anderen Ressourcen zu arbeiten, digitale Helfer wie Metronom-Apps etc. mit ins Boot zu holen und insgesamt die Möglichkeiten des WWW und der „digitalen Helferlein“ mit einzubeziehen.
Warum sollte jeder ein Instrument erlernen?
Don C. Lorey: Die positiven Auswirkungen des Musizierens sind durch zahlreiche Studien belegt: Musizieren wirkt unmittelbar auf die neuronale Vernetzung des Gehirns und stärkt kognitive Fähigkeiten, die Motorik, soziale Kompetenzen, Kreativität, das Selbstbewusstsein und wirkt positiv auf die Gesundheit – ich lade alle herzlich ein, das mal zu googlen!
Talent ist dabei übrigens zu Anfang nicht das Wichtigste, eher, dass man die Sache mit dem Herzen angeht.
Die Musikschule bietet dafür die idealen Rahmenbedingungen. Das sind neben den kompetenten Instrumentalpädagoginnen und -pädagogen auch die räumliche Ausstattung, die Leihinstrumente in altersgerechten Größen sowie die Möglichkeiten des gemeinsamen Musizierens und die Teilnahme an Vorspielen und Konzerten. Selbstverständlich bietet unsere Musikschule auch barrierefreien Unterricht an.
Was sind die Ziele der Musikschule neben dem reinen Vermitteln von Noten und dem Spielen von Instrumenten?
Don C. Lorey: Diese Ziele ergeben sich unmittelbar aus den positiven Auswirkungen des Musizierens: Es geht um Ausdrucksvermögen, Selbstorganisation, kulturelle Bildung, Persönlichkeitsentwicklung, die Fähigkeit zum „lebenslangen Lernen“, und ein Stück weit auch einfach darum, zu lernen, wie man fleißig ist und dabei Spaß hat.
Warum hängt ihr Herz an der Musikschule?
Don C. Lorey: Konkret an dieser Musikschule hängt mein Herz:
Wegen des super Kollegiums und den Bad Driburgern!
Den familiären, unkomplizierten Umgang in Bad Driburg schätze ich sehr, und z.T. hatte ich schon die Freude Generationen übergreifend zu unterrichten: Kinder, Enkelkinder, Mütter und Väter, Großmütter- und -väter – das ist doch wunderbar!
Darüber hinaus, und das ist immens wichtig für eine gut funktionierende Musikschule, schätze ich die wirklich sehr gute Unterstützung seitens des städtischen Trägers!
Generell hängt mein Herz an der Institution Musikschule, weil Musikschularbeit wichtig ist für die Zukunft unserer Gesellschaft, insbesondere für Kinder und Jugendliche!
Und eine wahre Freude ist es, Persönlichkeiten mit und am Instrument über die Jahre hinweg wachsen zu sehen und als helfende Hand dabei zur Seite stehen zu dürfen.
Wenn dann am Ende alles auch noch gut klingt, dann war nicht nur der Weg das Ziel, dann merken alle Beteiligten, welche Kraft in der Musik liegt, und wie jeder mit Musik wachsen kann!
Wer sich zum Musikunterricht anmelden möchte, sollte sich bei Tobias Mikus melden unter Tel. 05253/881402, E-Mail t.mikus@bad-driburg.de
Weitere Informationen unter: https://www.bad-driburg.de/de/bildung/musikschule.php
Bildunterzeile: Don C. Lorey hat momentan alle Hände voll zu tun.
