Bad Driburg Panorama
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Schulsituation in Neuenheerse

14.07.2016

In den letzten Tagen ist vielfach über die Situation des Teilstandortes Neuenheerse der kath. Grundschule Bad Driburg diskutiert worden. Lesen Sie hier ein Informationsschreiben zum Thema von Bürgermeister Burkhard Deppe.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe verehrte Neuenheerser Eltern der Einschulungsjahrgänge 2016 und folgende,

vielfach bin ich in den letzten Tagen auf die Situation des Teilstandortes Neuenheerse der kath. Grundschule Bad Driburg angesprochen worden. Gern gebe ich Ihnen allen hierzu Informationen und werde auch laufend darüber weiter berichten.

Bildung und Ausbildung sind das Wichtigste, was wir unseren Kindern auf den Weg in ein eigenverantwortlich gestaltetes Leben mitgeben können. Schon deshalb ist das ganz hervorragende Schulangebot vor Ort von besonderer Bedeutung. Es ist insoweit Faktor für den Lebens- und Wohnwert in unserer Stadt und ihren Ortschaften. Die Stadt Bad Driburg unternimmt deshalb immer schon erhebliche Anstrengungen, um das bestmögliche Schulangebot vor Ort bieten zu können.

Unsere Schulen befinden sich in einem guten Zustand und sie genießen einen hervorragenden Ruf. Es ist eine Freude zu sehen, wie gut unsere Schulen geführt werden und welch ausgezeichnete pädagogische Arbeit dort die Schulleitungen zusammen mit ihren Lehrerteams verrichten. Nicht zuletzt sind es auch Sie, liebe Eltern, die durch Ihr Engagement in den Schulpflegschaften und Fördervereinen zu dem hervorragenden Renommee unserer Schulen einen bedeutenden Beitrag leisten. Gleiches gilt für die Arbeit an den Schulen der kirchlichen Träger in Bad Driburg.

Noch zum Schuljahr 2004/05 – also gerade mal vor 12 Jahren - wurden in allen Bad Driburger Grundschulen insgesamt 221 Kinder eingeschult. Heute liegen für das kommende Schuljahr nur noch 137 Anmeldungen vor. Dies bedeutet einen Rückgang um immerhin 38 % (84 Kinder).

Stark zurückgehende Schülerzahlen sind landes- und bundesweit zu verzeichnen. Unsere Ortschaft Neuenheerse als auch die gesamte Stadt Bad Driburg unterscheiden sich darin in nichts von fast allen anderen Städten in unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Viele andere Städte in unserer Größenordnung hat diese Entwicklung sogar härter und früher getroffen.

Ohnehin waren wir nur aufgrund schulgesetzlicher Änderungen überhaupt noch in der Lage, den Schulbetrieb wie er heute organisiert ist aufrechterhalten zu können. Die Mindestschülerzahl zur Bildung einer Eingangsklasse wurde von 18 auf 15 gesenkt. Dazu wurde die Möglichkeit zur Bildung von Schulverbünden geschaffen.

Der aufgrund der großen Schülerzahl personell gut aufgestellte Hauptstandort in Bad Driburg konnte dem Teilstandort in Neuenheerse über die Jahre unter die Arme greifen. In Neuenheerse war der Unterricht aufgrund der zusätzlichen personellen Unterrichtsversorgung vom Hauptstandort gesichert.

Ähnliches gilt auch für unseren 2008 neu gegründeten Grundschulverbund Bad Driburg – Pömbsen – Reelsen. Am Teilstandort in Pömbsen hätte bereits vor einigen Jahren trotz der Bildung eines Verbundes und ebenso höchst engagierter Eltern eine jahrgangsbezogene Eingangsklasse nicht mehr gebildet werden können. Die damals noch notwendige Mindestschülerzahl 18 wurde um zwei Kinder unterschritten. Trotz all‘ unserer Bemühungen – auch über die Schulaufsicht und dem Einschalten von LandespolitikerInnen – konnten wir leider keine Ausnahmegenehmigung erreichen. Auch in Pömbsen haben wir die Eltern in für die Stadt Bad Driburg gewohnten offenen und transparenten Art und Weise informiert. Dort hatten sich alle Eltern des damals neuen Einschulungsjahrgangs als auch sogar die Eltern des bereits beschulten 1. Jahrgangs für das jahrgangsübergreifende Lernen ausgesprochen, dem auch alle Lehrerinnen und Lehrer zusammen mit der Schulleitung zugestimmt hatten.

Auch für Neuenheerse ist an eine schon einmal dramatische Anmeldesituation zum Schuljahr 2012/13 zu erinnern. Nur eine Anmeldung fehlte, um dort eine Eingangsklasse bilden zu können. Höchst engagiert haben sich Neuenheerser Eltern, die Stadtverordneten in Neuenheerse und auch die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes der Stadt Bad Driburg für die Bildung einer Eingangsklasse eingesetzt. Denken Sie nur an die abendlichen Treffen in Neuenheerse, an denen alle gemeinsam versucht haben, eine Lösung zu finden. Damals konnten in höchster Not sogar noch drei Kinder aus einer Nachbarstadt des Kreises Höxter gewonnen werden. Die Eltern meldeten die Kinder um und sie durchliefen anschließend die Jahrgänge der Grundschule Neuenheerse.

Für das aktuelle Einschulungsjahr 2016/17 waren zunächst sowohl für Dringenberg als auch für Neuenheerse sehr geringe Anmeldezahlen absehbar. Nach Schuleingangsuntersuchungen des Kreisgesundheitsamtes und Untersuchungen zum sonderpädagogischen Förderbedarf stand erst Mitte Juni fest, dass die Mindestschülerzahl von 15 mit 17 Anmeldungen in Dringenberg sicher erreicht war.

Noch dringlicher war die Situation in Neuenheerse. Im Stadtrat und Schulausschuss haben wir über die Entwicklung laufend informiert. Die Neuenheerser Eltern des Einschulungsjahrgangs wurden bereits im Jahr 2015 zu zwei Informationsveranstaltungen in Neuenheerse eingeladen. Dort haben wir so früh wie möglich über die zu erwartende schwierige Anmeldesituation informiert.

Über all die Jahre hat die Stadt als Schulträger erhebliche Finanzmittel in die Ausstattung ihrer Schulen gesteckt. Für die Grundschulen in den Ortschaften Pömbsen, Dringenberg und Neuenheerse wurden allein in den letzten 3 Jahren insgesamt ca. 175.000,- Euro investiert. Für die Grundschule in Neuenheerse betraf dies z.B. Instandsetzungsarbeiten von Fenstern, Außentüren, Wärmedämmputz und einer Akustikdecke. Allein für Neuenheerse hat dies ca. 60.000,- Euro ausgemacht.

Angesichts all’ dieser Bemühungen ist es auch aus meiner Sicht als Bürgermeister umso bedauerlicher, dass am Teilstandort Neuenheerse der kath. Grundschule Bad Driburg zum Einschulungsjahrgang 2016/17 nun keine Eingangsklasse gebildet werden kann, weil die gesetzlich vorgegebene Mindestschülerzahl nicht erreicht wurde. Daran kommen wir nicht vorbei.

Dass dies bei all denen, die sich dafür engagieren – vor allem bei den betroffenen Eltern des Jahrgangs – zu großer Enttäuschung führen muss, verstehe ich – selbst Vater von drei Kindern – nur zu gut. Sicher hat jeder auch Verständnis dafür, dass man sich seitens der Elternschaft und der Mitbürgerinnen und Mitbürger in Neuenheerse weiter für die Zukunft des Teilstandortes einsetzt.

Lange sind wir alle davon ausgegangen, dass die Mindestanmeldezahl für den Teilstandort Neuenheerse für 2016 erreicht werden würde. Auch in der Sitzung des Bezirksausschusses Neuenheerse am 12.05.2016, in der ich selbst den Sachstand der Überlegungen zur Struktur des Grundschul-Angebotes der Stadt Bad Driburg für die Zukunft ab 2017/18 oder ab 2018/19 präsentiert habe, gab es hieran keinerlei Zweifel.

In der Folgezeit war dann aber ein Kind im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung als noch nicht schulfähig zurückgestellt und ein Flüchtlingskind der Auffang- und Vorbereitungsklasse in Bad Driburg zugewiesen worden, weil es dort bessere Entwicklungschancen hat. Ersteres wurde durch das Gesundheitsamt des Kreises Höxter medizinisch, letzteres durch das kommunale Integrationszentrum des Kreises Höxter pädagogisch fachlich festgestellt und entschieden. Bei beiden Entscheidungen handelt es sich um innere Schulangelegenheiten, die nicht in die Aufgaben der Stadt Bad Driburg als Schulträger fallen. Die Stadt Bad Driburg hat auf die getroffenen Entscheidungen – auch wenn dies anders kolportiert worden ist – keinen Einfluss genommen.

Nicht nur, dass die Stadt über die Zeit erhebliche Finanzmittel aufgebracht hat – Schulaufsicht, Schulleitungen und auch die Mitarbeiter der Stadt Bad Driburg haben über die Jahre höchst engagierte Arbeit für alle unsere Schulen geleistet und dabei täglich ihr Bestes im Interesse der Kinder an einer guten Schulbildung gegeben.

Fakt ist: Neuenheerse hat für die Bildung einer Eingangsklasse 2016 zu wenig Anmeldungen, weil die Kinderzahl stark zurückgegangen ist. Dafür ist nun wirklich niemand persönlich verantwortlich zu machen!

Lassen Sie uns stattdessen gemeinsam nach tragfähigen Zukunftslösungen suchen, mit denen wir den Kindern am besten gerecht werden. Gern wollen wir weiter einen offenen und ehrlichen Austausch mit Ihnen allen pflegen – am Thema orientiert, sachlich, unaufgeregt und frei von Missdeutungen!

Herzlichst
Ihr Bürgermeister

Burkhard Deppe

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Stadt Bad Driburg
Am Rathausplatz 2
33014 Bad Driburg

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Fax: 05253 / 88-135
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